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18.06.14: ACFNY

New York Affairs


Austrian Cultural Forum New York:
SELF-TIMER STORIES
18. Juni – 8. September 2014

 

Feminist art hits Mid Town –
„Self-Timer Stories“ im  Österreichischen Kulturforum New York

 

Auf Einladung der seit September letzten Jahres amtierende Direktorin des Austrian Cultural Forum New York  Christine Moser hin, kuratierte Felicitas Thun-Hohenstein die Ausstellung „Self-timer Stories“ aus Arbeiten der österreichischen Fotosammlung des Bundes. Im Zusammenspiel mit internationalen Positionen aus dem Bereich der erweiterten Fotografie stellt „Self-Timer Stories“ das omnipräsente Thema der fotografischen Selbstdarstellung in den Kontext selbst- und medienkritischer sowie feministischer und queerer Kunst- und Mediengeschichte.
 Selfies mögen mit ihrer Ähnlichkeit zum Selbstporträt formal die Geschichte fotografischer Selbstporträts fortschreiben.

 

Im Gegensatz zum aktuellen Medienphänomen und jugendkulturellen Hype, als „unbewusste“ intime Momentaufnahmen, die in ihrer medialen Verbreitung zum fotografischen Kontrollverlust führen können, reflektiert das künstlerisch-kritische Selbstporträt jedoch seine eigene Medialität stets mit.
“Neue Phänomene des Selbstporträts fordern somit auch eine Revision von Blickpolitiken“, so Kuratorin Felicitas Thun-Hohenstein gegenüber Presse und Publikum. Mit dem Verweis auf den französischen Literaturwissenschafter und Theoretiker Roland Barthes betonte Thun-Hohenstein den besonderen Moment des “erlösenden Klicks” für die Ausseinandersetzung mit Fotografie. Die für Barthes zentrale Frage der AutorInnenschaft greift auch Lilo Neins poetische Arbeit “Performance-Partitur für eine Fotokamera” auf.

 

Gemeinsam mit vier Videoinstallationen erweitert die Soundinstallationen den Verhandlungsspielraum. Das Klicken der auslösenden Apparatur findet sich in der Ausstellung als Klicken des Diaprojektors wieder.

 

Ausstellungsarchitektur in grau und neue Arbeiten

Die Ausstellung zieht sich über drei Stockwerke und baut wörtlich auf historische Arbeiten im Kellergeschoss auf: ausgehend von formal, weil analog begrenzten Arbeiten von Friedl Kubelka, Peter Weibl, VALIE EXPORT, Carolee Schneeman und Francesca Woodman verfolgt “SELF-TIMER STORIES” die Geschichte der Selbstauslöserfotografie  bis in die Gegenwart fort. Etwa zum New Yorker Shooting Star der Szene Laurel Nakadate, zu Katharina Daschner und Anja Manfredi.

 

Manfredis Arbeit “Selbstportrait mit Graukarte” griff Dorit Margreiter, die auch selbst mit zwei Arbeiten vertreten ist, für das Ausstellungsdesign auf: Graue Farbrahmen räumen den einzelnen Positionen ausreichend Platz ein. Grau als “Zwischenfarbe”  und Verhandlungsraum reflektiert die Idee zu “SELF-TIMER STORIES” bis ins Farbkonzept der Ausstellung. Raimund Abrahams markanter Architektur begegnete Margreiter mit einem leichtfüßigen Ausstellungsdesign, das clever die Geschichte der Selbstporträts als auch Technikgeschichte in der Wahl der Abspiel-Apparaturen (Diaprojektoren, 4:3 Monitore etc.) wiederspiegelt.

 
Einige der Arbeiten wurden für die New Yorker Schau adaptiert und sind so nur im Austrian Cultural Forum zu sehen: Friedl Kubelkas “Pin Up” Serie etwa, die hier stellvertretend mit einer Fotografie und der roten Samthülle, in der die übrigen Bilder archiviert werden, als Referenz aufblitzt. Roberta Limas Arbeit “RNA Chips and Butterflies”, in der sich die Künstlerin mit ihrer RNA auseinandersetzt ist um kontextualisierende Artefakte erweitert. Renate Bertlmanns Druck „Renée ou René“ wurde für New York auf Zeitungspapier übertragen und verbindet an der Stirnseite alle Ebenen der Ausstellung. Martha Wilson wiederholte anlässlich der Eröffnung ihre Performance Selfportrait aus 1973.

 
Heute Abend tritt die Grand Dame der feministischen Kunst mit ihrer legendären New- bzw. No-Wave-Band DISBAND auf. Ebenfalls heute Abend wird die von Kuratorin Felicitas Thun-Hohenstein und Carola Dertnig herausgegebene Anthologie „Performing the Sentence: Research and Teaching in Performative Fine Arts“ (Sternberg Press 2014) präsentiert.Zusätzlich ist anlässlich der Ausstellung die Publikation „SELF-TIMER STORIES“ u.a. mit Beiträgen von Juli Carson, Susanne Neuburger, Ursula Maria Probst, Gabriele Schor, Abigail Solomon-Godeau im Verlag Anton Pustet erschienen.

 

Pressematerial

 

Die Ausstellung erfolgt im Auftrag der Kunstsektion des Bundeskanzleramts Österreich.

Im Herbst ist „Self-Timer Stories“ erweitert und unter dem Titel „Selbstauslöser“ im
 Museum der Moderne Salzburg zu sehen. Eröffnung: 28. November 2014

 

Kuratorin: Felicitas THUN-HOHENSTEIN

Ausstellungsdesign: Dorit MARGREITER

 

Fotos: David Plakke

 



 

 

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